Travel

Winter

21. Januar 2015

Winter

Die Travel Serie beschäftigt mich weiterhin. Nachdem die ersten Bilder fertig geworden sind, arbeite ich an der nächsten Reihe. Leider mangelt es dem Berliner Wintertag an Licht. Das kleine Format der Travel Series gleicht die kurzen Stunden wieder aus. Trotzdem wünschte ich, ich könnte den Winter im Süden verbringen, Genfer See oder Lago Maggiore oder so...natürlich nicht unten am Wasser sondern schön oben über der Nebelgrenze. Dort ist es jetzt hell, und nicht so trist wie im grauen und schmuddeligen Berlin.

Die Vorlagen zu dieser Reihe sind keine zufälligen Fundstücke, sondern vorletztes Jahr für diese Serie gemacht. Sie gehen mir also schon länger im Kopf herum, und es gefällt mir, wie sie sich langsam ausdifferenzieren.

Wenn es dunkel wird, hole ich zusätzliche Lampen, der Arbeitstisch wird überstrahlt vom Licht, das lässt die Dunkelheit vorm Fenster pechschwarz werden. Die Nachbarhäuser rücken weg, die Dunkelheit verschlingt Berlin mitsamt den Schweizer Seen. Jetzt kümmert es mich nicht mehr, jetzt ziehe ich Leinen auf Rahmen für die nächste Serie.

Preview

18. September 2014

Preview

Mittlerweile sind mehrere Werkserien fertig geworden, oder zumindest Teilbereiche einer Werkserie. Bislang sind die Bilder noch nicht ausgestellt, trotzdem möchte ich schon eine kleine Auswahl an Bildern aus den einzelnen Serien zeigen.

Die ersten beiden Bilder sind aus der Surselva Serie. Die Serie ist benannt nach einer Gegend in den Schweizer Alpen. Die Bilder haben weniger mit der Surselva als Gebiet zu tun, sondern mit der Erfahrung der Distanz zur Zivilisation. Die Aufmerksamkeit fokussiert sich abseits der Großstadthektik neu: Bewegungen und die wenigen Geräusche werden stärker registriert, die Natur intensiver erlebt, die Wahrnehmung verschärft sich, Betrachtungen über die großen Zusammenhänge bekommen Raum.

Die nächsten drei Bilder sind aus der Travel Serie, an der ich zur Zeit arbeite. Das Konzept ist auf einer Reise nach Bielefeld entstanden. Es soll mehrere Teile geben. Die ersten Bilder sind von einer Reise nach Südkurdistan. Es geht in der Werkserie um die Bilder, die wir von einer Reise mit nach Hause nehmen, und die eine innere Qualität dieser Reise spiegeln. Ich habe im letzten Post dazu geschrieben. (Zur aktuellen Situation in Südkurdistan möchte ich hier an dieser Stelle nichts schreiben. Die Reise ist schon länger her.)

Quasi ein Antagonist zur Travel Serie ist die Home Serie, an der ich ebenfalls gerade arbeite. Es ist der Anfang einer größeren Werkserie. Von den fertigen Bildern sind schon mal drei zu sehen, in der Bildergalerie die Bilder 6-8. Es handelt sich um das, was ein Zuhause ausmacht, oder eher: die Substanz einer Empfindung. Es geht darum, sich einen kleinen Radius Umgebung in dieser Welt vertraut zu machen; um wiederholende, nebensächliche Tätigkeiten wie der Blick aus dem Fenster, das Spiel mit den Katzen oder die Zubereitung des Essens. Ein Ort an dem wir am meisten wir selbst sind.

Die letzten beiden Bilder sind Einzelstücke, die ich „einfach so“ gemalt habe, ohne Konzept oder Hintergedanken: die „blankos“.

Soweit ein erstes Preview auf die Serien.

Bilder von Reisen

15. Juni 2014

Bilder von Reisen

Zur Zeit arbeite ich an einer Serie von Bildern, die aus verschiedenen Reisen entstanden sind.

Jede Reise hat ihren vordergründigen Zweck, ob Besuch, Erholung, Verpflichtungen zu erledigen sind oder die Lust nach neuen Eindrücken gestillt werden muss.

Im Rückblick stellt sich heraus, dass ganz andere Eindrücke und Erkenntnisse wichtiger waren als der vordergründige Zweck. Nicht die Sehenswürdigkeiten bleiben im Gedächtnis, sondern eher banaler Szenen. Die Bahnfahrt war interessanter als das Ziel. Spontan verknüpfen sich Bilder mit dem, was die Reisende schon von zu Hause oder aus Fernsehserien kennt.

Verpflichtungen verpuffen, das Ziel wird während der Fahrt schon vergessen. Als hätte jede Reise ihr eigenes Wesen, das aus einer Reihe von Zufälligkeiten, den äußeren Umständen, Ursache-Wirkungsprozesse und dergleichen mehr besteht. Diese gehen eine fröhliche Melange mit der Stimmung der Reisenden ein; ein Wesen, dass sich um den eigentlichen Zweck nicht schert, sondern munter eigene Interessen verfolgt: die Reise unversehens zu einem Erinnerungstrip werden oder eine gewöhnliche U-Bahnfahrt ins Bizarre laufen lässt. Kurz, der Subtext einer Reise liest sich unerwartet.

Aus der Mischung von Zweck und Wesen entsteht Neues; das, was eine Reise letztlich interessant macht, egal mit welchen Erwartungen sie angetreten wurde. Das Spektakuläre bleibt aus, und der gewöhnliche Blick enthüllt das, womit die Reisende sich innerlich beschäftigt. Oder andersherum, je nachdem. Jede Reise hat eine eigene Qualität, die nicht planbar ist. Einen eigenen Blick, der dem eigentlichen Wesen einer Reise entspricht.

Travel

Travel

In „Travel“ werden drei „Reisen“ in einer Serie kleinformatiger Arbeiten miteinander verknüpft: eine Reise nach Südkurdistan, eine von Berlin nach Bielefeld, und eine von Neukölln nach Gendarmenmarkt. Es sind Bilder, die der inneren Qualität des Unterwegs-Sein nachgehen.

Die Bilder, die von einer Reise mit nach Hause genommen werden, können einerseits auf einer bewussten Entscheidung beruhen: ein bestimmtes Bild soll mit der Kamera festgehalten werden, um sich später daran zu erinnern. Nebenher sammelt die Reisende aber auch automatisch Eindrücke auf: etwa den Blick, der im Gehen auf die Straße gerichtet ist, eine vorüberziehende Landschaft, der Blick aus den Augenwinkeln. Unterwegs lasse ich mich gern treiben. Der Zufall ist einer meiner liebsten Reisebegleiter.

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