Mit Objekten & andere

Mitbringsel Mitbringsel - Ölbilder wing(turista) wing(turista) - Ölbilder wing(turista) – Teil 1 wing(turista) – Teil 2 wing(turista) – Teil 3 wing(turista) – Teil 4 Landschaft I Landschaft II
Mit Objekten & andere

Mitbringsel: Die Vorlage für das Bild sind Blumen, wie sie in den Alpen auf über 2000 m Höhe wachsen. Ich wohnte und arbeitete einen Sommer in einer Hütte die zuvor für viele Jahre aufgegeben worden war. Die Hütte war entsprechend heruntergekommen und musste wieder bewohnbar gemacht werden. Ich verschönerte die Hütte mit Blumen von meinen Wanderungen, die ich nachher fotografierte. Der Malerei zugrunde liegt der Gedanke an ein Mitbringsel, eine Mischung zwischen Gastgeschenk, und etwas, was eine*r jemandem gibt zum Überleben. Ich invertierte einige Farben für einen visuellen (Perspektiv-) Wechsel. Folgende Dinge sind in Wolle gewickelt: Brühwürfel, Haken, Zahnseide, Karabiner, Briefmarken und alte Fotos.

wing(turista): Ausgangspunkt für wing(turista) war der Gedanke an die Menschenmasse. Durch das Zeitalter des Internet sind alle mit allen verbunden, vor dem Display dagegen allein. Es ging um die Verbindung/Überbrückung zwischen Menschenmasse und Individuum. Mich interessiert die Wahrnehmung der Menschen innerhalb dieser Parameter. Die Faszination der Menschen für die Masse und die Frage, ob wir dem manchmal entfliehen können/wollen.

Ein Bild zieht den Blick in sich hinein, es absorbiert den Blick, vor allem wenn es gegenständlich gemalt ist. Ein Objekt in seiner Objekthaftigkeit wirft den Blick auf den*die Betrachter*in zurück, es reflektiert den Blick. Bestandteil der Arbeit sollte der kreuzweise Austausch zweier visuell gegensätzlicher Systeme sein.

Den Taubenflügel habe ich “gebraucht“ von einer Hobby-Taxidermistin/Sammlerin erworben.

Motivvorlage war u. a. der Alexanderplatz in Berlin.

Landschaft I+II sind zwei beliebige Ausschnitte aus ganz unterschiedlichen Orten, die eigentlich hunderte von Kilometern entfernt liegen. Es sind zwei gegensätzliche Orte, eine Berliner Stadtlandschaft und eine Alpenlandschaft, das Flachland und das Gebirge. Gemeinsam ist ihnen das gewöhnliche, banale. Eine beliebige Berliner Straße in einer Wohngegend am Abend, und ein gewöhnlicher, subalpiner Berghang.

Ich wollte aus diesen Landschaften einen Allerweltsausschnitt zeigen, um sie narrativ nicht vorzudefinieren. Diese gegensätzlichen Landschaften sollten versetzt nebeneinander bestehen, so wie eine Person sich an einem Ort befinden kann, und den zweiten in sich tragen kann.

Die schmalen Flächen sollten einen Hinweis auf den mentalen und physischen Prozess des Malens geben – und eine anschließende visuelle Leere, die mit Gedanken gefüllt werden kann.

Es geht mehr um einen abstrakten Gedanken – um einen Ort an dem eine Person ist und gleichzeitig nicht ist; einen Ort der da ist und fehlt; ein Ort, der in seiner Abwesenheit an einem anderen vorhanden ist – um diese Art von Gegensätzlichkeiten - unterstrichen durch Zerstückelung, Versetzung und Vergrößerung.